Ziele und Maßnahmenplan für die Wahlperiode 2019 bis 2023

Ziele und Maßnahmenplan für die Wahlperiode 2019 bis 2023

 

Präambel:

 

Wir möchten das bürgerlichen Engagements zur Dorf- und Gemeinschaftsentwicklung durch verstärkte Partizipation an Planungs- und Entscheidungsprozessen stärken und fördern.

 

Alle Entscheidungen im Gemeinderat, welche von uns mitgetragen werden, müssen bestimmte Kriterien erfüllen

 

  • Nachhaltig
    (Anlehnung an die Kriterien der ‘Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung: Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene gestalten’)
  • Ökologisch
    (Wird das Projekt so ökologisch wie möglich geplant und ausgeführt)
  • Sozialverträglich
    (Ist das Projekt mit sozialen Gesichtspunkten verträglich und wirkt es sich nicht nachteilig für die Betroffenen aus)
  • Gesundheitlich unbedenklich
    (Wird das Projekt/seine Auswirkungen jetzt oder in Zukunft die Gesundheit von Anwohnern nicht gefährden/kann eine Gefährdung ausgeschlossen werden)


 

Ortsangepasste und nachhaltigen Baukultur

 

  1. Bauvorhaben sollten sich architektonisch in die unmittelbare Umgebung anpassen, insbesondere in den Ortskernen, begrenzt auf 2 Vollgeschosse wenn möglich
  2. Anreize schaffen, um vorrangig Baulücken zu füllen und leerstehende Gebäude im Ortskern zu renovieren
  3. Wenn Neubaugebiete, dann Entwicklung eines Siedlungskonzeptes mit autarker Energieversorgung auf Basis von erneuerbaren Energien in Zusammenarbeit mit den/dem Energieversorger(n)
  4. Blühende Vorgärten statt Steingärten im Bebauungsplan vorgeben, Alternativen unterstützen
  5. Kontrolle der Einhaltung der Vorgaben aus den Bebauungsplänen, Ortssanierungsplänen sowie Hochwasserlinien

 

Umsetzung eines Klimaschutzprogramms zur Reduzierung des CO2–Ausstoßes in  der Gemeinde

 

  1. Bildung eines neuen Ausschusses “Entwicklung eines Gemeindeentwicklungskonzepts”
  2. Bildung eines neuen Ausschusses “Klima-, Natur- und Artenschutz”
  3. Zeichnung der Agenda 2030 für Kommunen.
    Ziel:
    Global Nachhaltige Kommune im Saarland werden in Zusammenarbeit mit dem Umweltcampus Birkenfeld
  4. Ladesäulen für E-Autos / e-bikes installieren
  5. Fuhrpark der Gemeinde
    bei Neuanschaffung wenn immer möglich Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor durch E-Autos oder Plug-In-Hybrids ersetzen
  6. E-Autos, Plug-In-Hybrids und Ebikes für Bürger der Gemeinde fördern
  7. Eigenstromversorgung aller öffentlichen Gebäude in der Gemeinde durch Installation von Photovoltaikanlagen + Stromspeicher auf den jeweiligen Dächern sicherstellen
  8. Wärmeerzeuger der Gemeinde: Neuanschaffung nur noch auf Basis erneuerbarer Energien
  9. Gemeindezuschüsse für den Einsatz von erneuerbaren Energien und ökologischen Bau- und Dämmstoffen in Privathaushalten bzw. verpflichtende Beratung, diese einzusetzen
  10. Förderung von Ökolandbau zur Reduktion des CO2/Methan- Ausstoßes von konventionellen Landwirtschaftsbetrieben
  11. Wir positionieren uns klar für eine Abschaltung des AKW Cattenom und fordern die Umsetzung des beschlossenen Schildes gegen Cattenom in Grenznähe sowie die Prüfung weitere Maßnahmen
  12. Ökostromanbieter fördern (z.B. durch attraktive Preise für die Einwohner der Gemeinde Perl im Rahmen eines Kooperationsvertrages)
  13. Stromversorgung der gemeindeeigenen Einrichtungen auf Ökostrom umstellen

 

Stärkung des aktiven Natur- und Artenschutzes

 

  1. Stärkung und weitere Ausweisung von Naturschutzgebieten[c]
  2. Brachliegende Gemeindeflächen systematisch mit Blumenwiesen bepflanzen und dort Insektenhotels aufstellen
  3. Gemeindeeigene Flächen weniger mähen (wechselnde Altgrasflächen-> Jakobskreuzkraut vermeiden)
  4. Mehr Blumenbepflanzung innerorts in Verbindung mit Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung
  5. Blühende Vorgärten statt Steingärten (Gemeinde muss Vorbild sein)
  6. Verwendung von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln (z.B. Glyphosat) auf gemeindeeigenen Flächen verbieten, Pachtverträge ändern
  7. Generelles Verbot von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln (z.B. Glyphosat) in der Gemeinde
  8. Kritische Auseinandersetzung mit der Strahlenbelastung im Alltag und Schulen (Handymasten, G5 Netz, Wlan-Hotspots)
  9. jährliche kostenlose Verteilung von Obstbäumen nach Anmeldung  (max. 1 Baum pro Haushalt, ausgewählte alte Sorten, ökologisches Pflanzgut)
  10. Ausweisung einer Naturwaldzelle in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Umwelt bzw. der Obersten Naturschutzbehörde
  11. Totholzanteil im Gemeindewald erhöhen, ökologischen Waldbau etablieren, Wirtschaftlichkeit im Waldbau über den Holzpreis herstellen
  12. Verpachtung von Gemeindeeigenen Flächen unter der Auflage, dass dort ökologischer Landbau betrieben wird
  13. Zur Vermeidung von wilden Grünschnittdeponien, über Alternativen informieren, Kooperationen mit anderen Gemeinden anstreben bzw. andere Lösungen wie Container im Wertstoffhof schaffen
  14. Konzept “essbare Gemeinde” (z.B. Gemeinschaftsgarten der Dorfbewohner, Gemeindeeigene Obstbäume und Beerenobst, Anwohner mit ungenutzten Obstbaumbeständen) umsetzen, Information über Onlineplan
  15. Naturtourismus im Sinne des Naturschutzes nachhaltiger gestalten (z.B. vorhandene Wege nutzen, Pestizidkataster, Warnhinweise an besprühten Flächen)
  16. Wenn ein Kunstrasenplatz für die Gemeinde geschaffen werden soll, dann nach neuesten Erkenntnissen umweltverträglich ausführen (z.B. Kork-Granulat, Quarzsand, etc.)

 

Umweltbildung/Bildung für Nachhaltige Entwicklung

 

  1. Sensibilisierung der Themen Naturschutz und Artenschutz im Kindergarten und in der Grundschule durch Thementage, Ausflüge in die Natur, etc.
  2. Bildung für nachhaltige Entwicklung in Kindergärten und Schulen fördern (z.B. Nachhaltigkeitsmentor/-innen ausbilden)
  3. Förderung des Aufbaus eines Waldkindergarten und ggf. einer Waldkrippe in der Gemeinde
  4. Neues Grundschulkonzept erarbeiten, alle Beteiligten (Gemeinderat/Verwaltung, Kultusministerium, Innenministerium, Schulleitung, Elternvertretung, etc.) an einen Tisch bringen; bis dahin keine unumkehrbaren Fakten schaffen
  5. Zukunftswerkstätten in Ortschaften anbieten (zu bestimmten Themen oder allgemeinen Anliegen im Dorf)
  6. Evakuierungspläne veröffentlichen und ständig aktuell halten; Bewohner und Schüler regelmäßig für den GAU in Cattenom schulen

 

Förderung regionaler Produzenten und Produktkreisläufe in der Großregion

 

  1. Kein weiterer Bau von Supermärkten, Discountern oder Drogeriemärkten in Innerortslagen (Einzelhandelskonzept aus Dezember 2018 ändern)
  2. Wochenmarkt in Perl initiieren
  3. Förderung der Ansiedlung von ökologisch orientierten Unternehmen

     

Innovation der Wertstoffkreisläufe – wer weniger Müll produziert, soll weniger zahlen

 

  1. Gelbe Tonnen statt gelbe Säcke (oder Alternativen diskutieren)
  2. Blaue Tonne statt Papiercontainer (oder Alternativen diskutieren)
  3. Rückkonsumzentrum (Abgabe von gut gebrauchten Gütern zur Wiederverwendung) im aktuellen Wertstoffhof einrichten
  4. Einweggeschirr bei Veranstaltungen der Gemeinde vermeiden, Anschaffung eines Spülmobils
  5. Steuerungsinstrumente für die verstärkte Regenwassernutzung etablieren

 

Ausbau eines grenzübergreifenden Tourismus – Stärkung des kulturellen Angebotes

 

  1. Verpflegestationen (Wasserspender, Kiosk, etc.) auf dem Moselradweg etablieren
  2. MORO-Modellvorhaben „Uferaufwertung und -gestaltung in Perl-Besch“ wieder aufgreifen
  3. „Route du vin (Weinstraße Gemeinde Perl)“ per Fahrrad oder zu Fuß ausweisen und bewerben
  4. Café für Wochenendbesucher in öffentlichen zentralen Räumlichkeiten etablieren
    (Anmietung durch privaten Pächter)
  5. Hinweistafeln für Naturlehrpfad und Barfußpfad am Hammelsberg erneuern und aktualisieren, Obstbaumlehrpfad anlegen
  6. Baumlehrpfad an der Moselpromenade in Besch erneuern
  7. Infotafeln zur lokalen Flora und Fauna erneuern  und erweitern (z.B. Mauereidechse an der Mosel)
  8. Historische Besonderheiten (z.B. Hungerstein, Pestkreuze, Fronhof in Besch) herausarbeiten und touristisch nutzen
  9. Moselradweg für motorisierte Fahrzeuge (außer Einsatzfahrzeuge) generell sperren, Poller reparieren, Schranken einbauen
  10. Bänke am Moselradweg instand setzen
  11. Bußgelder für illegale Entsorgung/Verunreinigungen deutlich erhöhen

 

Ausbau verkehrsberuhigter Zonen und des Radwegenetzes, Stärkung des ÖPNV

 

  1. Neues Verkehrskonzept für den Bereich Ortskern Perl erarbeiten
  2. Verkehrsberuhigte Zonen erweitern inkl. Verkehrshindernissen in Form von z.B. Blumenkübeln:
  • 30iger Zone in der gesamten Bahnhofstraße
  • 30iger Zonen innerorts systematisch in allen Ortsteilen
  • Spielstraßen in Wohngebieten (nach Bürgerbefragung in den jeweiligen Gebieten)
  • 50iger Zone in der Trierer Straße in Perl zwischen Kreisverkehr und Friedhof eindeutig kennzeichnen
  1. Schulwege und Fußgängerüberwege zum SLP, Grundschulen und Kindergärten in allen Ortsteilen schaffen bzw. erweitern
  2. Schaffung von weiteren Bundesstraßenübergängen (Fußgängerampel, siehe Nennig)
  3. Feste bzw. teilmobile Geschwindigkeitskontrollen aufbauen
  4. Aufbau eines Fuß- und Fahrradwege-Netzes innerhalb der Gemeinde, welches es den Touristen und Bürgern erlaubt jeden Ort der Gemeinde ohne Probleme mit dem Fahrrad zu erreichen (z.B. Pfaffenbach zw. Perl u. Besch zum Fahrradweg erklären, ggfs. Einbahnstraßenregelung von Besch nach Perl )
  5. Besserer ÖPNV für Pendler und Reisende nach Merzig und Saarburg fördern
  6. Bürgerbus” mit einem festen Fahrplan als auch als Rufbus etablieren, z.B. per App

 

 

 

 

 

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